Kurz gesagt
- Sonderfarbe heißt: fertig gemischte Druckfarbe mit fester Nummer.
- Pantone ist weltweit verbreitet, HKS vor allem in Deutschland.
- Lohnt sich für markante Firmenfarben, Gold, Silber und Leuchtfarben, vor allem bei großen Auflagen.
Warum es Sonderfarben gibt
Im normalen Druck entsteht jede Farbe aus vier Grundfarben, CMYK. Für Fotos funktioniert das sehr gut. Bei einfarbigen Flächen schwankt das Ergebnis aber leicht, von Auflage zu Auflage und von Druckerei zu Druckerei. Manche Töne, etwa sehr kräftiges Orange, Neonfarben, Gold oder Silber, sind mit vier Farben gar nicht erreichbar.
Eine Sonderfarbe wird deshalb vorher fertig angemischt und mit einer eigenen Druckplatte gedruckt. Welche Farbe gemeint ist, legt eine Nummer aus einem Farbfächer fest.
Pantone, HKS und RAL
- Pantone: weltweiter Standard mit Tausenden Farben. Der Zusatz C steht für gestrichenes, U für ungestrichenes Papier.
- HKS: in Deutschland verbreitet, 88 Grundfarben in Varianten für verschiedene Papiere, zum Beispiel K für Kunstdruck- und N für Naturpapier.
- RAL: kein System für Druckfarben, sondern für Lacke und Beschichtungen. Wichtig für Schilder, Fassaden, Fahrzeuge und Möbel.
Auch Folienhersteller für die Werbetechnik haben eigene Farbfächer. Für eine Firmenfarbe sucht man dort den Ton, der ihr am nächsten kommt.
Brauchst du eine Sonderfarbe?
Für die meisten kleinen Betriebe reicht CMYK, vor allem im Digitaldruck, der ohnehin mit vier Farben arbeitet. Eine Sonderfarbe lohnt sich, wenn deine Firmenfarbe sehr markant ist, du große Auflagen im Offsetdruck bestellst oder Gold und Silber brauchst.
Wichtig ist, dass deine Farbe in allen Systemen festgelegt ist: HEX für den Bildschirm, CMYK für den Druck und bei Bedarf Pantone, HKS oder RAL. Das gehört in deinen Styleguide.
Häufige Fragen
Pantone oder HKS, was ist besser?
Beide funktionieren gleich gut. Pantone ist international bekannter, HKS in deutschen Druckereien sehr verbreitet. Viele Firmen legen ihre Farbe deshalb in beiden Systemen fest.
Ist eine Sonderfarbe teurer?
Bei kleinen Auflagen ja, weil eine zusätzliche Druckplatte und Farbe nötig sind. Bei großen Auflagen fällt das kaum ins Gewicht. Im Digitaldruck wird eine Sonderfarbe meist aus CMYK nachgestellt.
Woher weiß ich, welche Nummer meine Firmenfarbe hat?
Steht sie nicht in deinem Styleguide, lässt sie sich mit einem Farbfächer bestimmen. Wichtig ist der Abgleich auf echtem Papier, denn am Bildschirm sehen Farbfächer anders aus als gedruckt.


































Rami Succari

